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Liebe Kolleginnen und Kollegen,

diese Ausgabe meines Newsletters kommt etwas später, weil ich in der vergangenen Woche auf dem Community Camp in Berlin war - eine Veranstaltung, die ich jedem, der mit der Betreuung von Communitys zu tun hat, herzlich empfehlen kann. 

Heute also wieder die besten Online-Storys und wichtigsten Lesetipps zum Medienwandel. Wie immer freue ich mich über Tipps: Schicken Sie mir Links zu guten Geschichten und interessanten fachlichen Artikeln an ska@stift-und-blog.de oder bei Twitter.  

Gefällt Ihnen dieser Newsletter? Dann empfehlen Sie ihn an Kolleginnen und Kollegen weiter! Ebenso freue ich mich über Rückmeldungen, wie ich diesen Newsletter noch besser machen kann.

Sonja Kaute
Blog: www.stift-und-blog.de
Twitter: @sonjakaute

Die besten Online-Storys / Ausgabe Oktober 2017:

New York Times: 477 days. 521 mass shootings. Zero Action from Congress.

Viele gute, meist datenbasierte Stücke sind veröffentlicht worden, nachdem ein Mann in Orlando 49 Menschen erschossen hat. Besonders eindringlich fand ich dieses Stück der New York Times, das auf sehr simple Art und Weise zeigt, wie viele "mass shootings" (Definition: mind. vier Personen verletzt oder getötet) es in den USA gibt. Es ist schockierend.

Berliner Morgenpost: Einheitsreise

Zum Tag der Deutschen Einheit ist die Berliner Morgenpost 2015 zu 25 deutschen Orten gefahren, an denen die deutsche Einheit eine besondere Bedeutung hat. Herausgekommen ist ein tolles, interaktives Multimedia-Stück, das auch heute noch heraussticht.

SZ.de: Die Akte Strache

Der österreichische FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache war als junger Mann in der Neonazi-Szene unterwegs. Zwei SZ-Autoren haben in aufwändiger Recherche rekonstruiert, wie tief er im Nazi-Sumpf steckte. Das Ergebnis der Recherche wurde als zweiteilige Longstory veröffentlicht.

Schwaebische.de: Hexenwahn

1484 erreichte die Hexenverfolgung das Bistum Konstanz. Mindestens 48 Frauen werden als vermeintliche Hexen verbrannt. In einer Multimedia-Reportage zeigt Schwaebische.de, was die Menschen damals dazu brachte, ihre Mitmenschen zu verraten, zu folten und zu verbrennen. 


Die wichtigsten Lesetipps
LOKALJOURNALISMUS

Der Lokaljournalismus war in den vergangenen Wochen Thema einiger interessanter Beiträge und Diskussionen. Hier die besten Lesetipps dazu:
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PERSONALISIERUNG

Immer mehr Medienunternehmen experimentieren mit der Personalisierung ihrer Websites und Nachrichten. Es lohnt sich, das Thema genauer anzusehen. 
  • Einen guten Einblick in die Vor- und Nachteile von personalisierten Nachrichten gibt Adrienne Lafrance bei Nieman Reports. Kernthesen: Personalisierung befeuert Filterblasen, weshalb 1. Transparenz wichtig ist und 2. Algorithmen redaktionelle, also von einem Menschen durchgeführte, Nachrichtenauswahl nur verbessern und nicht ersetzen sollten. Und sie nennt dazu viele anschauliche Beispiele. 
  • "Smarticles" nennt der Guardian ein experimentelles Format, bei dem Nachrichten, die sich erst entwickeln, personalisiert werden. Das soll es dem Leser erleichtern, die Orientierung zu behalten und das Thema auf einem Mobilgerät zu verfolgen. Ein Smarticle funktioniert in etwa so: Themen werden in Kernaussagen heruntergebrochen und je nachdem, wie viel Zeit seit dem letzten Besuch vergangen ist, wie intensiv der Leser das Thema verfolgt und wie wichtig neue Entwicklungen sind, werden dem Leser andere Elemente des Artikels angezeigt. Hier ein Beispiel. Optional sind Push-Benachrichtungen zum Thema einschaltbar. Das Spannende daran: Redakteure und Algorithmus arbeiten quasi Hand in Hand.
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FACEBOOK UND DER NEWSFEED


Ebenfalls viel diskutiert wurde in den letzten Wochen Facebooks Test in sechs Ländern, die Inhalte von Medienunternehmen nicht mehr im Newsfeed, sondern in einem eigenen Explore Feed innerhalb der Plattform auszuspielen. Dazu folgende Lesetipps:
  • Der slowakische Journalist Filip Struhárik hatte zuerst darüber berichtet. Die Folge des Experiments: der größte bisher dagewesene Verlust an organischer Reichweite für die betroffenen Medienhäuser. In Zeiten, in denen ein großer Teil der Leser von Nachrichten über Facebook kommen, ein beunruhigender Gedanke, der viele Redaktionen in den Test-Ländern unter Schock setzte. 
  • Bei The Atlantic fragt Alexis C. Madrigal, ob Facebook es Herausgebern und Verlagen irgendetwas schuldig ist. Sie schreibt, dass Facebook als Unternehmen natürlich das Recht hat, mit dem Newsfeed zu experimentieren. Sie macht aber auch klar, dass die Abhängigkeit von Medienunternehmen von dem sozialen Netzwerk so groß ist, dass Facebook auch Verantwortung trägt, zumal es nicht nur um Reichweite (und Geld), sondern auch um die Rolle Facebooks im gesellschaftlichen Diskurs geht. 
  • In Deutschland hat sich unter anderem Martin Giesler im Social Media Watchblog zum Thema geäußert. Er ist nicht überrascht über dieses Experiment, im Gegenteil: Er geht davon aus, dass der universelle Newsfeed vor seinem Ende steht und nennt fünf durchaus nachvollziehbare Gründe dafür. 

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Über mich:

Ich bin Diplom-Journalistin und arbeite hauptberuflich als Redakteurin mit Schwerpunkt Digitales für Oberpfalz Medien. Nebenberuflich bin ich selbstständig und beschäftige mich unter anderem mit der Digitalisierung, Tools für die redaktionelle Arbeit und Themen rund um den Tauchsport.



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